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Schlagwort: Helsinki
8. Tag – In Helsinki
Es ist Sonntag und wir sind in Helsinki. Haben gut geschlafen und auch gut gefrühstückt. Uli schaut nach den Busverbindungen, während ich hier ein paar Zeilen tippe. Haben auf dem Zimmer Internetanschluß. Allerdings muß man sich erst an der Rezeption einen Benutzernamen samt Passwort besorgen.
Das Wetter ist gut und wir haben vor den ganzen Tag in der Stadt zu verbringen. Da Sonntag ist fährt die Straßenbahn, welche vor dem Hotel eine Wendeschleife hat, nicht. Also müssen wir den Bus, Linie 69, nehmen, dessen Haltestelle aber auch nicht weit entfernt ist. Wir kaufen ein Tourist-Ticket für 24 Stunden zu 6,80 EUR. Zunächst geht es zum Hauptbahnhof. Auf diesen scheinen die Finnen wohl wegen seiner Architektur stolz zu sein. Nun ja, das ist Ansichtssache. Der zugehörige Uhrenturm ist eingerüstet und wird z.Zt. renoviert. Dafür hängt in Originalgröße sein Abbild an allen vier Seiten von ihm herab. Weiter gehts durch die Innenstadt. Uli möchte sich doch noch ein Finnisch- Wörterbuch zulegen. Bei Stockmanns, dem größten finnischen Warenhaus, wird er dann fündig. Weiter schlendern wird dann über die sogenannte Promenadenstrasse, der Esplanade, Richtung Hafen. Da gutes Wetter ist, trifft sich auf der Esplanade, im Grünbereich zwischen den Fahrspuren, sowie am Hafen, wohl halb Helsinki um zu flanieren, Eis zu essen, und an den diversen Büdchen irgendwelches Essen, oft in großen Woks zubereitet, zu sich zu nehmen. Nebenbei bemerken wir die Parkplatzschilder für Boote, allerdings ohne Parkuhr.
Weiter geht es vom Hafen aus zur Uspenskij-Kathedrale, eine Kirche der orthodoxen Gemeinde. 1868 vollendet, immerhin war Finnland nach der Herrschaft der Schweden auch noch über ein Jahrhundert unter russischer Herrschaft. Wie wohl bei allen orthodoxen Kirchen ist auch diese voll von Ikonen und anderen Bildern, sogar ein Verkaufstresen ist im inneren vorhanden um den Besuchern diverse Andenken zu verkaufen.
Als nächstes geht es durch ein Parkgelände und dann an der russischen Botschaft vorbei, welche auf einem riesigen Grundstück residiert – schätzungsweise in der Größe von 5-6 Berliner Wohnblöcken. Nun geht es wieder zurück, allerdings Richtung Dom. Auf dem Weg dorthin wollen wir uns noch ein Eis genehmigen. Leider hat der beste Eisdealer vor Ort, Fracer – ein eingereister Schweizer, Sonntags geschlossen. Bleibt also nur das Eis von einem der vielen Büdchen. Ist allerdings auch nicht schlecht. Dann also hinüber zum Dom und 53 Stufen hoch. Im inneren sieht man sofort dass es eine evangelische Kirche ist, kein Schmuckwerk vorhanden, wenn man mal von den Bildern und der schönen Orgel absieht.
Da wir ja ein 24 Stundenticket haben beschließen wir uns in die Strassenbahn, Linie 3T, zu setzen, und zum alten Olympiastadion zu fahren. Hier sollten eigentlich die olympischen Spiele 1940 abgehalten werden, welche dann allerdings wegen des II Weltkrieges ausfielen. Aber im Jahre 1952 wurden dann die olympischen Spiele doch noch in Helsinki abgehalten und somit kamen die “alten” Kampfstätten dann doch noch zu Ihrem Recht bzw. ihrer Nutzung. Nun gut, ein Olympiastadion ist an sich nichts weltbewegendes, allerdings gibt es dort einen Turm (ca. 14 Stockwerke hoch) von dem man einen wunderbaren Ausblick über die gesamte Stadt hat, und das rundherum. Nach diesem beschaulichen Tun ging es dann, ebenfalls per Tram, zu einer Kirche welche in den Fels, auf dem die Stadt steht, hineingesprengt wurde. Von außen sieht man also nur einen Felsenberg und darüber eine Kuppel mit Lichtdurchlässen.
Zum Abend hin fuhren wir dann wieder mit dem Bus zum Hotel. Auf dieser Rückfahrt hatten wir das Gefühl dass mehr Deutsche im Bus saßen als Einheimische – wunderlich. Morgen geht die Reise dann wieder weiter.